08
Okt
Ein Zitat vom alten Götz…
… aber nicht dem von Berlichingen sondern von Götz George lautet:
„Jeder Mensch hat das Recht zu denken, aber manchem wird es erlassen.“
So könnte man auch denken, wenn es um die Bankenpleiten in den letzten Tagen geht. Nicht etwa, dass ich etwas gegen die Rettung einer Bank durch den Steuerzahler hätte, wenn es denn ein von der Bank unverschuldeter Einzelfall wäre. Doch es wird eben kein Einzelfall bleiben, und auch nicht bei den plötzlich vorhandenen zig Milliarden Euro, denke ich.
Dabei drängt sich mir noch die Frage auf, ob wir denn überhaupt so viele Banken brauchen, die sich gegenseitig Gelder leihen, Kredite kaufen und verkaufen, sich gegenseitig überbieten mit den Leistungen die sie für uns Bürger erbringen würden, wenn wir nur bei Ihnen unsere sauer verdienten Groschen lassen.
Es gab schon mal eine Zeit, da wurde das erkannt. Nach der Gründung des Deutschen Reiches erfolgte eine Neuordnung des Notenbankwesens durch eine deutliche staatliche Zentralisierung. Aus der von Friedrich dem Großen 1765 gegründeten Kgl. Giro- und Lehnbank, die 1846 zur Preußischen Bank umwandelt wurde entstand per Gesetz vom 14.3.1875 die Reichsbank.
Daneben gab es natürlich noch Privatbanken die aber durch diese Geldpolitik von 33 verschiedenen Banken im Jahre 1873 auf 4 im Jahre 1914, (dies waren die Bayrische Notenbank, die Badische Bank, die Württembergische Notenbank und die Sächsische Bank), reduziert wurden. Ziel war es, die Geldpolitik im Wesentlichen in den Händen des Staates zu behalten. (Damals hatte aber bestimmt noch keiner eine sozialistische Zentralisierung im Sinne).
Ach ja, den Sozialismus gibt es seit 18 Jahren auch nicht mehr. Das ist schon richtig, denke ich. Aber am 3. Oktober betonten viele Redner die einmalige historische Leistung der Wiedervereinigung zweier deutscher Staaten. War dies aber so einmalig frage ich mich. Denn da gab es schon mal eine Zeit, da wurde dies gemacht. Mit der Proklamation von Wilhelm I. zum deutschen Kaiser am 18. Januar 1871 in Versailles wurde das Deutsche Kaiserreich gegründet. Das klingt in den Geschichtsbüchern recht einfach. Aber insgesamt gingen damit vier Königreiche, sechs Großherzogtümer, fünf Herzogtümer, sieben Fürstentümer, drei Freie- und Hansestädte sowie das Reichsland Elsass-Lothringen als Bundesstaaten in das Reich ein.
Ich konnte leider in den Geschichtsbüchern nicht ermitteln, ob damals nach 18 Jahren noch immer nach Ost-West oder Nord-Süd unterschieden wurde. Dass wir heute noch nach so vielen Jahren im vereinten Deutschland Unterschiede spüren, macht mich krank.
Doch krank werden ist so ein Problem. Denn welchen der über zweihundert verschiedenen Krankenkassen im Lande vertraue ich meine kranke Gesundheit denn an, frage ich mich. und ich denke schon wieder, ob wir denn überhaupt so viele Kassen brauchen, wenn sie sowieso ab nächstes Jahr gleiche Beitragssätze haben sollen. Denn da gab es schon mal eine Zeit… aber vielleicht erlasse ich mir jetzt das Denken.
Dieser Text wurde von einem guten Bekannten geschrieben für “Dippoldine” in “Dippolds Boten” vom 15. Oktober 2008. Ich danke für die Erlaubnis, diesen hier zu veröffentlichen zu dürfen.

















