13
Jul
Die Schmuddelecken sollen weg! Wirklich? Oder gehts um was ganz anderes?
Norbert Schneider, Direktor der Landesanstalt für Medien NRW (LfM), hat sich für neue, möglichst globale Regulierungsansätze in der vernetzten Medienwelt ausgesprochen. Diese sollten Bestimmungen für digitale Rotlichtbezirke umfassen, erklärte der Medienwächter auf der Konferenz Neue Medien und Technologien der Informationsgesellschaft am Mittwoch in Berlin: “Es braucht im Internet auf Dauer ein vollziehbares Verbot von Pornographie, von Kinderpornographie sowieso.”
so der Anfang des Beitrages “Medienwächter fordert internationales Porno-Verbot im Internet” auf Heise.
Wen man diese Artikel jedoch bis zum Ende liest, merkt man, dass es eigentlich garnicht um Pornografie geht, es geht um etwas ganz anderes….
Um Macht und Geld natürlich. Um was soll es auch sonst gehen.
Aus dem Privileg, Rundfunk zu gestalten, werde “ein bezahlbares Jedermann-Prinzip”. Dies sei für Regulierer ein Albtraum, da “der Wert der Lizenz absackt”.
Soso, also Rundfunk gestalten können nicht nur für die, die über viel Geld und Einfluß verfügen, nein auch der ganz normale Bürger hat jetzt die Möglichkeit dazu. Und das ist ein Alptraum! Zumindestens für die Regulierer.
Am Beispiel der Presse legte Schneider dar, dass diese, wenn sie sich in den Rundfunkbereich hineinentwickeln und eine Art “Internet-TV” anbieten wolle, nicht “unreguliert” bleiben könne.
Also es kann nicht unreguliert bleiben, was auch immer Herr Schneider unter “reguliert” versteht.
Seine Anstalt aber habe für die Presse im Internet etwa die Bestimmung aufgestellt, dass multimediale Angebote für einen Empfang für mehr als 500 potenziellen Nutzer als Rundfunk zu behandeln seien. Derartige Anbieter von Web-TV oder -Radio im Netz müssten sich folglich auch eine Lizenz zum Senden besorgen und sich etwa einen Jugendschutzbeauftragen halten.
AHA! Lizenzen müssen erworben, und natürlich bezahlt werden, und einen Jungendschutzbeamten Jugendschutzbeauftragten muß man sich auch noch (natürlich artgerecht) halten. Und endlich ist’s vorbei mit den keinen netten “Rundfunk- und Fernsehangeboten” von jedermann (wie zum Beipiel mit “Kloß und Spinne“).
Und es kann wieder so richtig reguliert werden als ob es nicht zum Beipiel im Fernsehen, wie es zur Zeit so läuft, viel Arbeit für die Landesmedienanstalten gäbe. Bei den unsäglichen Call in TV-Angeboten zum Beispiel, wo zu später Stunde zum Beispiel “Oben-Ohne-Moderatorinnen” zu teueren Anrufen mit (fast ohne) Gewinnchance animieren. Oder einsame Damen von 18 bis 80 flehendlich um den Anruf einer 0900er Rufnummer betteln. Und das von 23.00 bis 06.00 Uhr fast in jeder Nacht und auf vielen Sendern. Aber in der Zeit schlafen die Kinder und Jugendlichen ja tief und fest und könnens nicht sehen. Und außerdem wird es von Firmen mit Lizenz veranstaltet und bringt ja auch viel Geld und deshalb ist das ja nicht so schlimm, aber im Internet - dort ist es der HORROR - zumindest für die Regulierer!
… von Kinderpornographie sowieso.
Sehr geehrter Herr Schneider, das Kinderpornografie auch im Internet schon lange verboten ist und verfolgt wird, sollten Sie eingentlich wissen. Und das fast alle Internetnutzer mit Kinderpornografie nichts, aber auch gar nichts, zu tun haben wollen eigentlich auch. Was soll also diese Bemerkung? Wollen Sie endlich mal erreichen, das beim Auffinden von Kinderpornografie nicht nur der Zugang zu dieser, sondern auch die Quelle beseitigt wird, endliche mal den Sumpf an der Quelle austrocknen. Schön wäre es, brauche man aber nur die schon vorhanden rechtlichen Möglichlichkeiten auszuschöpfen und sollte nicht nur die Konsumenten verfolgen (diese natürlich auch) sondern vor allen und in erster Linie die Anbieter und die Produzenten, bei denen ja der reale Kindesmissbrauch stattfindet und die mit diesen sogar noch verdienen wollen! Dort sollte mal gründlichst ausgeräumt werden!

















